Endlich Advent
Nach langer, dunkler Zeit ist es endlich Advent. Der Weihnachtsmarkt öffnet. Wir schlendern die Budengasse entlang. Links und rechts von uns andere Besucher. Mit entspannten Gesichtern betrachten sie die Angebote, unterhalten sich mit Bekannten oder stehen Schlange vor den Ess- und Getränkeständen.
Die Luft ist erfüllt von Glühwein- und Zuckerduft und Musik. Vom Riesenrad hört man „Rudolph, the red-nosed reindeer“. Aus anderen Lautsprechern schallt blechern „Mary′s boy child, Jesus Christ“.
Wie hat man sich dieses Jahr auf die Adventszeit gefreut. Eine lang ersehnte Erholungszeit für die Gefühle gewünscht. Einen Gegenpunkt zu all den Monaten des Jahres. Besonders die letzten Wochen: Die Nächte wurden immer länger. Die Dunkelheit nahm zu. Schnell wurde es kälter und feuchter. Die Nachrichten in Fernsehen und Radio meldeten keine Verbesserungen. „Novemberblues“ war ein oft gehörtes Stichwort.
Endlich setzte die Adventszeit einen lang ersehnten Kontrapunkt. Unsere Sehnsüchte fanden einen Ort. Es wurde geschmückt. Manche Häuser und Vorgärten bringen, liebevoll dekoriert, Licht und Helligkeit in die Abend- und Nachtstunden. Straßen und Innenstädte erstrahlen in bunten Lichtern. Geschäfte bieten Weihnachtsschmuck, Adventsleckereien und Angebote für Weihnachtsgeschenke.
In unseren Wohnungen leuchten Kerzen, Tische sind mit Tannengrün und Adventskränzen geschmückt. Und spätestens jetzt überlegen wir, was Weihnachten geschenkt werden soll. Betriebsamkeit überall.
Ist das das ersehnte Weihnachtsgefühl?
Weihnachtsgefühle
Advent und Weihnachten spiegeln einen Wunsch nach gutem Leben. Unsere Sehnsucht nach Geborgenheit und heiler Welt.
Zu Weihnachten konzentriert sich Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Tiefe, vielleicht nach ursprünglicher Heimat. An diesen Tagen sammelt so viel an Es ist kein Wunder, dass die Weihnachtstage nicht selten mit Enttäuschungen enden.
Es sind zutiefst menschliche Wünsche und Sehnsüchte, die sich mit dieser Zeit verbinden. An diesen Tagen ahnen wir, Advent und Weihnachten können unsere Sehnsucht berühren. Erfüllen können sie sie jedoch nicht. Auch wenn diese Tage gefühlsmäßig noch so sehr aufgeladen werden.
Wir können diese Wochen und die Festtage genießen. Gemeinsam mit Freunden den Weihnachtsmarkt besuchen. An Adventsfeiern teilnehmen. Vielleicht mit der Familie an Festtagen Zeit verbringen.
Weihnachten das ganze Jahr
Das Leben ist kein Weihnachtsfest. So werden wir etwas in das Neue Jahr mitnehmen: Unsere Sehnsucht. Die Sehnsucht, die schon im November da war. Unseren Wunsch nach ursprünglicher Geborgenheit. Nach im besten Sinne heiler Welt.
Das kann das Weihnachtsfest nicht bieten. Weihnachten ist und bleibt ein Sinnbild. Weihnachten weist darauf hin, dass Gott Teil unserer Welt geworden ist. Dass er sich mit Menschen identifiziert. Dass er sich in ihnen sieht, sich ihnen an die Seite stellt. Besonders denen, die in unserer Welt an den Rand geschoben werden.
Und, Gott stellt sich auch uns an die Seite. Besonders, wenn wir mit unserem Leben an den Rand geraten. Wenn es uns schlecht geht. In Krankheiten oder Krisen. Davon hören wir im Advent und an Weihnachten. Wir hören davon in den alten Erzählungen. Wie in der Erzählung von der Geburt im Verschlag von Bethlehem. Oder der von der Hinrichtung am Kreuz. Gott ist in allem dabei. Er ist Mensch geworden, steht an der Seite. Darauf ist Verlass. Das ist die Botschaft von Weihnachten, die jeden Tag wirklich werden kann.
Weihnachten macht Mut zu Leben
So kann Weihnachten uns Mut zu Leben machen. Das erfahren wir, wenn wir uns gegenseitig beistehen und unterstützen. Wenn wir füreinander da sind. Uns füreinander einsetzen. Uns für Wertschätzung und Respekt für jeden Menschen engagieren. So werden wir füreinander ein wenig zum „Licht“. So können wir etwas vom Weihnachtslicht weitergeben. Dazu beitragen, dass es ein wenig heller und wärmer wird.
Unser Leben sieht in diesem Licht betrachtet anders aus, als es sich manchmal anfühlt. Es bleibt nicht der Kälte und der Dunkelheit überlassen. Und das Schwere und Bittere im Leben wird ein wenig leichter und etwas weniger bohrend. Die Hoffnungslosigkeit, die manchmal in ihm lauert, kann weichen. Das Licht, das seit Weihnachten in unsere Welt fällt, lässt vieles in einem anderen Licht erscheinen. Im Licht der Liebe.
So kann das Weihnachtslicht in unser Leben und unsere Zeit fallen. Jeder Tag kann ein wenig zu Weihnachten werden. Unsere Sehnsucht ist damit nicht erfüllt. Doch wir haben Hoffnung, dass sie zu ihrem Ziel kommt. Und jeder Tag kann diese Hoffnung stärken.
Was sind Advent und Weihnachten für dich?
Wie siehst du diese Zeit? Was bedeutet sie dir?
Schreib es in das Kommentarfeld und lass uns ins Gespräch kommen.

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