Nach dem Tod …

Und danach?

Ein Windstoß wirbelte trockenes Laub über die Wege. Die Bäume reckten ihre Äste in den wolkenverhangenen Himmel. Er war in der kleinen Gruppe, die sich um ein offenes Grab drängte.

Am Grab

„Von Erde bist du genommen, zu Erde sollst du wieder werden,“ hörte man den Pastor.

„Wenn ich tot bin, was ist dann?“ dachte er. „Wenn es mit mir zu Ende ist? Sehe ich dann von Oben zu? Wie meine Oma es immer sagte. Oder wird es wie in einem dieser Hollywood – Filme sein: Ich stehe als Schattengestalt daneben.

Oder wird alles ganz anders? ‚Es gibt einen neuen Himmel und eine neue Erde,‘ sagte der Pastor in der Trauerhalle. Und las aus der Bibel: ‚Siehe, ich mache alles neu‘ (1).“

Was kommt dann?

Es gibt viele Vorstellungen darüber, was nach dem Tod kommt. Auch in der Bibel. In der Bibel haben Menschen über Jahrhunderte ihren Glauben aufgezeichnet.

Wie ist es heute? Wenn wir Menschen in unserer Umgebung fragen, was nach dem Tod kommt, werden wir viele Vorstellungen hören.  Dabei werden Ideen von Religionen aus der ganzen Welt sein. Vieles davon wird zu eigenen Überlegungen zusammengefügt.

Die Vorstellungen reichen heute von „nach dem Tod ist alles vorbei“ bis zum Gedanken wieder neu geboren zu werden.

Auch im Christentum gibt es unterschiedliche Vorstellungen darüber, was nach dem Tod geschieht.

Jedes Jahr, am letzten Sonntag vor dem Ersten Advent, wird dies im evangelischen Bereich am Ewigkeitssonntag Thema.

Gedenken

An diesem Sonntag wird der Verstorbenen des letzten Jahres gedacht. Ihre Namen werden im Gottesdienst verlesen. Ihre Gräber werden besucht.

Und es wird über das Leben nach dem Tod nachgedacht.

Persönlich

Es gehört zu meinem Leben, dass sich in ihm Spuren von der Liebe Gottes zeigen. Sie trägt mein Leben. Sie steht mit ihrem Licht dafür ein, dass nicht die Dunkelheit das Prägende in meinem Leben ist.

Was heißt das für das, was nach dem Tod kommt?

Wenn Gott die Liebe ist, wenn er mich und alle Menschen liebt, wie soll er dann Menschen mit dem Tod fallen lassen?

Ich denke, dass nach dem Tod alle Menschen in Gottes Liebe geborgen und aufgehoben sind. Nicht, dass sie alle darin aufgehen, sich darin auflösen oder verschwinden. Sondern, dass alle in seiner Liebe geborgen bleiben. Und das auch bewusst mitbekommen.

So verstehe ich auch zahlreiche Bibelstellen (2). Und ich setze auf die schon angesprochene Neuschaffung. Dass alles, auch wir Menschen, neu geschaffen werden.

Es gibt Menschen, die ich nicht nahe um mich herum haben mag. Menschen über die mir öfter gesagt wurde: „Der wird seinen Lohn noch bekommen“, „Warte mal ab, den trifft es noch“. Und mit denen in Ewigkeit zusammen sein …

Da ist es besser, wenn alle in Liebe neu geschaffen werden. Und dann vollkommen von Gottes Liebe geprägt sind. Im Denken, Fühlen und Handeln.

Strafe muss sein?

Sicher, es gibt in der Bibel die Vorstellung einer ewigen Strafe. Eine Vorstellung, die für mich nicht aus der Liebe, sondern aus dem Wunsch nach Rache, oder wenigstens nach ausgleichender Gerechtigkeit, entstanden ist. Doch Rache, Strafe, ausgleichende Gerechtigkeit sind nicht das Thema.

Was zählt?

Es geht nicht um eine himmlische Belohnung oder Strafe nach dem Tod. Ich denke, dass ich von Gott am Ende nicht nach den von mir erbrachten Leistungen oder nach meinen vermeintlichen Erfolgen gefragt werde. Ich denke nicht, dass mir am Ende ein himmlischer Punktekatalog oder ein Sündenregister vorgelegt wird.

Ich werde danach gefragt werden, wie ich meinen Weg gegangen bin. Was ihn geprägt hat. Und ich werde mich damit auseinandersetzen müssen. Mit dem, was ich getan habe. Und mit dem, was ich gelassen habe. Etwas anderes passt nicht zu dem, was uns durch die Botschaft Jesu gesagt wird.

Was kommt dann?

Was geschieht nun am Ende, wenn ich in mein Grab gelegt werde? Stehe ich dann als Schattenfigur in der Zwischenwelt daneben? Sehe ich „von Oben“ zu und ärgere mich oder freue mich über das, was da geschieht?

Ich denke, ich bin dann „bei Gott“, wie man so sagt. Aufgehoben in seiner Liebe, die mich mein Leben lang getragen hat. Geborgen in seiner Zeitlosigkeit. Von Ihm neu geschaffen. Aufgehoben für alle Zeit.

Was meinen und denken Sie, was nach dem Tod kommt? Kann man sich in seinen Gedanken und Vorstellungen sicher sein? Oder zuversichtlich sein? Oder ist es eine Frage der „Tagesform“, wie es einem gerade geht?

Ich freue mich über Kommentare.

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(1) Bei Trauerfeiern wird oft aus dem Neuen Testament, dem Buch der Offenbarung gelesen:

Offenbarung 21,1–22,5, Der neue Himmel und die neue Erde:

„Dann sah ich einen neuen Himmel

und eine neue Erde.

Denn der erste Himmel und die erste Erde

sind vergangen,

und das Meer ist nicht mehr da.

Und ich sah die heilige Stadt: das neue Jerusalem.

Sie kam von Gott aus dem Himmel herab –

für die Hochzeit bereit wie eine Braut,

die sich für ihren Mann geschmückt hat.

Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen:

»Sieh her: Gottes Wohnung ist bei den Menschen!

Er wird bei ihnen wohnen,

und sie werden seine Völker sein.

Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein.

Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen.

Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben,

kein Klagegeschrei und keinen Schmerz.

Denn was früher war, ist vergangen.«

Der auf dem Thron saß, sagte:

»Ich mache alles neu.«“

(2) Zitate aus dem Neuen Testament zu der Versöhnung mit Gott nach dem Tod:

1. Timotheus 2,3-6

3 So ist es recht und gefällt Gott, unserem Retter.

4 Er will ja, dass alle Menschen gerettet werden

und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

5 Denn nur einer ist Gott und nur einer der Vermittler

zwischen Gott und den Menschen:

der Mensch Christus Jesus.

6 Er hat sich selbst hingegeben

als Lösegeld für alle Menschen.

Er ist das Zeugnis für die Zeit,

die zur Rettung bestimmt ist.

1. Korinther 15,22-28

22 Weil wir mit Adam verbunden sind,

müssen wir alle sterben.

Weil wir aber mit Christus verbunden sind,

werden wir alle lebendig gemacht.

23 Das geschieht für jeden nach dem Platz,

den Gott für ihn bestimmt hat:

Als Erster wird Christus auferweckt.

Danach, wenn er wiederkommt,

folgen alle, die zu ihm gehören.

24 Dann kommt das Ende:

Christus übergibt Gott, dem Vater, seine Herrschaft.

Zuvor wird jede andere Herrschaft, jede Gewalt

und jede Macht vernichtet.

25 Denn Christus muss so lange herrschen,

bis Gott ihm alle seine Feinde zu Füßen gelegt hat.

26 Der letzte Feind, den er vernichten wird, ist der Tod.

27 Denn alles hat Gott ihm zu Füßen gelegt.

Das bedeutet: Alles ist ihm unterworfen.

Eines ist jedoch offenkundig:

Davon ist der ausgenommen,

der ihm alles unterworfen hat – Gott.

28 Sobald ihm nun alles unterworfen ist,

wird auch der Sohn selbst sich unterwerfen:

Er wird sich Gott unterwerfen,

der ihm alles unterworfen hat.

Das geschieht,

damit Gott alles umfasst und in allem gegenwärtig ist.

Kolosser 1,19-20

Denn so hatte es Gott beschlossen:

Mit seiner ganzen Fülle wollte er

in ihm [in Christus] gegenwärtig sein.

Und er wollte,

dass alles durch ihn Versöhnung erfährt.

In ihm sollte alles zum Ziel kommen.

Denn er hat Frieden gestiftet

durch das Blut, das er am Kreuz vergossen hat.

Ja, durch ihn wurde alles versöhnt –

auf der Erde wie im Himmel.


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